Kurz beantwortet: Für Textildruck brauchen wir dein Logo als Vektorgrafik — AI, EPS, PDF oder SVG. Damit skaliert jedes Motiv verlustfrei, vom Brustlogo bis zum Rückenprint. Hast du nur ein Pixelbild, geht das oft auch: mindestens 300 dpi in Endgröße und freigestellter Hintergrund. Fehlt beides, zeichnen wir dein Logo nach.
Neun von zehn Verzögerungen in unserer Werkstatt haben nichts mit der Produktion zu tun. Sie haben mit der Datei zu tun. Ein Logo aus einer PowerPoint-Folie kopiert, ein Screenshot von der eigenen Website, ein WhatsApp-Bild vom Vereinswappen — damit lässt sich kein sauberer Druck bauen.
Dieser Beitrag erklärt, welche Datei du für welches Verfahren brauchst, woran du eine gute Vorlage erkennst und was passiert, wenn du keine hast. Welches Verfahren überhaupt zu deinem Motiv passt, steht im Überblick Siebdruck, Transfer oder Stick im Vergleich.
Vektorgrafik und Pixelgrafik — der Unterschied in einem Satz
Eine Vektorgrafik besteht aus Rechenwegen: Punkte, Linien, Flächen, mathematisch beschrieben. Vergrößerst du sie auf Plakatgröße, bleibt jede Kante scharf.
Eine Pixelgrafik besteht aus einem festen Raster aus Bildpunkten. Vergrößerst du sie, werden die Punkte größer — nicht mehr. Kanten fransen aus, Schrift wird matschig.
Für Textilveredelung ist das kein Schönheitsthema. Siebdruck braucht saubere Farbtrennungen, Flexdruck braucht eine Schnittkontur, Stick braucht klar abgegrenzte Flächen. Alle drei lesen Wege, keine Bildpunkte. Aus einem verpixelten Rand entsteht eine verpixelte Schnittlinie — oder gar keine.
Welches Dateiformat brauchen wir?
| Format | Art | Für uns |
|---|---|---|
| .ai | Vektor | Ideal. Originaldatei aus Illustrator, alles editierbar. |
| .eps | Vektor | Ideal. Der Klassiker im Druckdatenaustausch. |
| Vektor oder Pixel | Gut — wenn das Motiv als Vektor drinsteckt. Ein eingebettetes Foto bleibt ein Foto. | |
| .svg | Vektor | Gut. Kommt oft aus dem Webbereich und funktioniert sauber. |
| .png | Pixel | Brauchbar bei hoher Auflösung und echtem transparentem Hintergrund. |
| .tif / .psd | Pixel | Brauchbar für Fotomotive im Direkt- und Transferdruck. |
| .jpg | Pixel | Nur als Notlösung. Kennt keine Transparenz und komprimiert Kanten weg. |
| .docx / .pptx | — | Keine Druckdatei. Wir holen daraus höchstens die eingebettete Grafik. |
Faustregel: Wenn du die Datei in einem Grafikprogramm öffnest und einzelne Buchstaben anklicken und verschieben kannst, ist sie vektorbasiert. Wenn du beim Hineinzoomen Treppchen siehst, ist sie es nicht.
Auflösung für Druck: 300 dpi in Endgröße
Bei Pixeldaten zählt nicht die reine Pixelzahl, sondern die Auflösung bezogen auf die gedruckte Größe. Der Standardwert im Druck sind 300 dpi.
Ein Beispiel: Ein Rückenprint ist rund 30 cm breit. 30 cm bei 300 dpi bedeutet etwa 3.500 Pixel Breite. Ein Bild mit 800 Pixeln reicht dafür nicht — egal wie gut es auf dem Monitor aussieht. Auf dem Bildschirm arbeitest du mit 72 bis 96 dpi, also mit einem Bruchteil.
Zwei Konsequenzen für dich:
- Liefere Pixeldaten immer in der Größe, in der sie gedruckt werden sollen — oder größer.
- Ein kleines Bild nachträglich hochzurechnen bringt nichts. Die fehlenden Bildpunkte erfindet das Programm, und das sieht man.
Farben: RGB, CMYK und Sonderfarben
Dein Monitor mischt Farben aus Licht (RGB). Druck mischt Farben aus Farbe (CMYK) oder verwendet direkt angemischte Sonderfarben. Deshalb wirkt ein knalliges Bildschirm-Blau auf Textil oft eine Spur ruhiger. Das ist Physik, kein Fehler.
Was das praktisch heißt:
- Siebdruck arbeitet mit angemischten Sonderfarben. Nenn uns deine Pantone- oder HKS-Werte, dann treffen wir den Ton über alle Nachbestellungen hinweg.
- Direkt- und Transferdruck arbeiten im CMYK-Raum. Verläufe und Fotos sind kein Problem, sehr grelle Neontöne stoßen an Grenzen.
- Stick hat keine freie Farbwahl. Wir wählen aus dem verfügbaren Garnsortiment den nächstliegenden Ton. Bei markenrelevanten Farben legen wir dir vorher die Garnkarte vor.
Hast du keine Farbwerte zur Hand: Ein Auszug der Farbfelder aus deinem Corporate-Design-Handbuch reicht uns als Ausgangspunkt.
Fünf Fehler, die uns täglich begegnen
- Weißer Kasten statt Freisteller. Das Logo liegt auf weißem Hintergrund. Auf einem schwarzen Shirt druckt dieser Kasten mit. Wir brauchen echte Transparenz.
- Schrift nicht in Pfade umgewandelt. Ist die Schriftart auf unserem Rechner nicht vorhanden, ersetzt das Programm sie stillschweigend. Dann steht dein Vereinsname plötzlich in Arial.
- Zu feine Linien. Was am Monitor als Haarlinie hübsch aussieht, verschwindet im Textil zwischen den Fasern oder reißt beim Entgittern.
- Motiv aus dem Web gezogen. Logos auf Websites sind für den Bildschirm gerechnet. Sie sind fast immer zu klein für den Druck.
- Keine Größenangabe. „Logo auf die Brust“ kann 8 cm oder 25 cm bedeuten. Sag uns die gewünschte Breite in Zentimetern, dann sparen wir eine Korrekturschleife.
Welches Verfahren welche Datei braucht
| Verfahren | Bevorzugte Datei | Warum |
|---|---|---|
| Siebdruck | Vektor | Jede Farbe braucht ein eigenes Sieb. Die Trennung entsteht aus den Pfaden. |
| Direktdruck (DTG) | Pixel, 300 dpi, freigestellt | Druckt wie ein Tintenstrahler direkt ins Gewebe. Fotos sind hier die Stärke. |
| Transferdruck (DTF) | Vektor oder Pixel, 300 dpi | Beides funktioniert. Vektor ist bei Schrift und Logos klar im Vorteil. |
| Flexdruck | Vektor | Der Plotter fährt eine Schnittkontur ab. Ohne Pfad kein Schnitt. |
| Flockdruck | Vektor | Wie Flex, nur mit beflockter Folie. Feine Details sind hier tabu. |
| Stick | Vektor | Aus den Flächen entsteht das Stichprogramm. Kleine Schrift stößt an Grenzen. |
Details zu den Verfahren selbst — Haltbarkeit, Mindestmengen, Grenzen — stehen im Verfahrensvergleich. Was wir beim Stichprogramm aus deiner Datei machen, steht auf der Seite Sticken & Patches.
Freisteller und transparenter Hintergrund
Freigestellt heißt: Um das Motiv herum ist wirklich nichts. Kein Weiß, kein Grau, kein Karomuster aus dem Bildbearbeitungsprogramm — sondern echte Transparenz.
Prüfen kannst du das in zehn Sekunden: Zieh die Datei in ein leeres Dokument mit farbigem Hintergrund. Scheint die Farbe durch, ist der Freisteller in Ordnung. Siehst du einen hellen Kasten, ist er es nicht.
JPG kann grundsätzlich keine Transparenz. Wenn dein Logo als JPG vorliegt, ist es nicht freigestellt — auch wenn es auf weißem Papier so aussieht.
Schriften in Pfade umwandeln
In Illustrator heißt der Befehl „In Pfade umwandeln“, in anderen Programmen „In Kurven konvertieren“ oder „Text in Kontur“. Danach ist der Schriftzug kein Text mehr, sondern eine Form. Sie kann nicht mehr getippt, aber auch nicht mehr versehentlich ersetzt werden.
Mach das immer als letzten Schritt und speichere dir vorher eine editierbare Fassung. Sonst kannst du den Vereinsnamen nächstes Jahr nicht mehr korrigieren.
Du hast nur ein Handyfoto vom Logo?
Dann ist das kein Grund, den Auftrag zu verschieben. Wir zeichnen Logos nach — sauber als Vektor, mit korrekten Proportionen und definierten Farben. Genau das machen wir regelmäßig für Vereine, deren Wappen aus den Neunzigern stammt, und für Betriebe, bei denen die Originaldatei mit der letzten Agentur verschwunden ist.
Was wir dafür brauchen: die beste Vorlage, die du auftreiben kannst. Ein scharfes Foto einer alten Fahne schlägt einen Screenshot. Ein gedrucktes Briefpapier schlägt beides.
Bei größeren Projekten geht das noch weiter: Für unsere Kunden entwickeln wir Motive und Schnitte mit, statt nur zu drucken. Wie das aussieht, zeigt die Zusammenarbeit mit SAYYATO auf unserer Startseite.
So schickst du uns die Daten
- Datei raussuchen. Vektor, wenn vorhanden. Sonst das größte Pixelbild, das du findest.
- Größe nennen. Gewünschte Breite in Zentimetern und die Platzierung — Brust links, Rücken groß, Ärmel.
- Farbwerte mitschicken, falls du welche hast. Pantone, HKS oder ein Auszug aus dem Design-Handbuch.
- Menge und Termin dazu. Ab 50 Teilen greifen unsere B2B-Preise. Nach der Design-Freigabe produzieren wir in 3–4 Werktagen, im Express auch schneller.
Wir schauen uns die Datei an, bevor irgendetwas produziert wird, und melden uns, wenn etwas nicht passt. Eine Freigabe geht nie ohne deinen Blick darauf raus.
Häufige Fragen
Was ist eine Vektorgrafik?
Eine Grafik, die aus mathematisch beschriebenen Pfaden besteht statt aus Bildpunkten. Sie lässt sich beliebig vergrößern, ohne unscharf zu werden. Typische Formate sind AI, EPS, SVG und vektorbasierte PDF-Dateien. Für Siebdruck, Flex, Flock und Stick ist sie die richtige Grundlage.
Kann man eine Pixelgrafik in eine Vektorgrafik umwandeln?
Automatisch nur mit mäßigem Ergebnis — die Nachzeichnung übernimmt jede Unsauberkeit der Vorlage. Bei Logos zeichnen wir deshalb von Hand nach. Das dauert länger, liefert aber saubere Kanten und exakte Farben.
Welche Auflösung brauchen Druckdaten?
300 dpi in der Größe, in der gedruckt wird. Für einen 30 cm breiten Rückenprint sind das rund 3.500 Pixel Breite. Bildschirmgrafiken liegen bei 72 bis 96 dpi und reichen nicht.
Welches Dateiformat ist für Textildruck am besten?
AI oder EPS. Beide sind vektorbasiert, verlustfrei skalierbar und lassen sich in allen Verfahren weiterverarbeiten. PDF ist gleichwertig, solange das Motiv darin als Vektor vorliegt und nicht als eingebettetes Foto.
Muss mein Logo freigestellt sein?
Ja, sobald es auf farbigem Textil sitzt. Ein weißer Hintergrund in der Datei wird sonst mitgedruckt. Nutze PNG mit echter Transparenz oder eine Vektordatei — JPG kann keine Transparenz speichern.
Was kostet es, wenn ihr mein Logo nachzeichnet?
Das hängt davon ab, wie komplex das Motiv ist und welche Vorlage du hast. Schick uns, was du hast — wir sehen es uns an und sagen dir vorher, was auf dich zukommt. Ohne dein Okay passiert nichts.
Schick uns deine Datei
Du bist unsicher, ob deine Vorlage reicht? Dann schick sie einfach rüber. Wir prüfen sie, sagen dir klar, was geht und was nicht, und schlagen das passende Verfahren vor. Logo rüber, Angebot zurück — oder direkt per WhatsApp an 0157-536-53811.


