Kurz beantwortet: Siebdruck lohnt sich ab etwa 50 Teilen bei wenigen Farben. Direktdruck bildet Fotos und Verläufe ab, auch bei einem Stück. Transferdruck ist der flexible Mittelweg für gemischte Aufträge. Flex und Flock sitzen bei Zahlen und Schriftzügen. Stick hält am längsten — dafür kann er keine feinen Details.
Die Frage kommt bei fast jedem Auftrag: Soll das Logo gestickt oder gedruckt werden? Und wenn gedruckt — womit? Die Antwort hängt an drei Dingen: wie oft das Teil getragen wird, wie groß und wie fein das Motiv ist, und wie viele Teile du brauchst.
Hier stehen alle sechs Verfahren, die wir in unserer Berliner Werkstatt einsetzen — mit klaren Grenzen, ab wann wir wovon abraten.
Der Unterschied in einem Satz
Stick ist Garn, das durch den Stoff genäht wird. Druck ist Farbe, die auf dem Stoff sitzt. Daraus folgt alles Weitere: Stick ist haltbarer, hat aber physikalische Grenzen bei Fläche und Detail. Druck kann fast alles darstellen, nutzt sich aber schneller ab.
Siebdruck: die erste Wahl bei großen Auflagen
Beim Siebdruck wird Farbe durch ein Gewebe auf das Textil gedrückt — ein Sieb pro Farbe. Das Einrichten kostet Zeit, der einzelne Druck danach fast nichts. Genau deshalb dreht sich die Rechnung ab einer gewissen Menge.
Ab etwa 50 Teilen spielt Siebdruck seine Stärke aus. Bei 200 Vereinsshirts mit zweifarbigem Wappen ist er praktisch konkurrenzlos — im Preis und in der Deckkraft. Die Farben sitzen satt auf dem Stoff, auch auf Dunkel.
Grenzen: Jede zusätzliche Farbe bedeutet ein weiteres Sieb und damit Kosten. Fotos und weiche Verläufe gehen nicht sauber. Bei fünf Teilen ist Siebdruck schlicht zu teuer.
Direktdruck (DTG): Fotos, Verläufe, Kleinstauflagen
Der Direktdruck arbeitet wie ein Tintenstrahldrucker, nur auf Textil. Die Farbe geht direkt in die Fasern. Damit ist alles möglich, was am Bildschirm möglich ist: Fotomotive, Farbverläufe, hunderte Farbtöne — ohne Aufpreis pro Farbe.
Direktdruck rechnet sich schon ab einem Stück, weil es keine Einrichtung gibt. Für Einzelstücke, Musterdrucke und kleine Serien mit aufwendigen Motiven ist es das Verfahren der Wahl.
Grenzen: Er braucht Baumwolle. Auf Polyester und Mischgeweben wird das Ergebnis unzuverlässig. Und er wäscht sich schneller aus als Siebdruck — bei Arbeitskleidung, die täglich in die Maschine geht, ist er die falsche Wahl.
Transferdruck: der flexible Mittelweg
Beim Transferdruck wird das Motiv zuerst auf eine Folie gedruckt und anschließend mit Hitze und Druck auf das Textil gepresst. Das entkoppelt Motiv und Textil: Wir können denselben Druck auf T-Shirt, Hoodie und Cap bringen, auf Baumwolle wie auf Polyester.
Das macht ihn zum Verfahren für gemischte Aufträge. Zwanzig Shirts, zehn Jacken, fünf Caps — ein Motiv, drei Materialien, ein Durchgang. Wie das in der Praxis läuft, steht im Beitrag über Transferdruck aus Berliner Produktion.
Grenzen: Der Griff ist spürbar, das Motiv sitzt als Schicht auf dem Stoff. Bei sehr großen Flächen kann das steif wirken.
Flexdruck: Zahlen, Namen, Schriftzüge
Flex ist eine dünne, einfarbige Folie, die aus dem Motiv geschnitten und aufgepresst wird. Die Kanten sind messerscharf, die Farbe ist gleichmäßig, die Haltbarkeit sehr gut.
Für Rückennummern, Spielernamen und einfarbige Schriftzüge ist Flex das sauberste Verfahren, das es gibt. Deshalb steckt es in fast jeder Vereinskollektion.
Grenzen: Eine Farbe pro Folie. Mehrfarbige Motive bedeuten mehrere Lagen — das wird schnell dick und teuer. Feine Linien unter etwa einem Millimeter lassen sich nicht mehr sauber schneiden.
Flockdruck: samtige Oberfläche, spürbares Ergebnis
Flock funktioniert wie Flex, nur ist die Folie beflockt — die Oberfläche fühlt sich samtig an und steht leicht vom Stoff ab. Das ist der Klassiker auf Trikots und Retro-Shirts.
Der Effekt ist weniger technisch als Flex und wirkt hochwertiger, wenn er zum Motiv passt. Für schlichte Blockschrift und große Ziffern ist er ideal.
Grenzen: Wie Flex einfarbig, und noch weniger geeignet für Details. Flock ist ein Effekt, kein Allzweckverfahren.
Stick: das haltbarste Verfahren
Beim Stick wird das Motiv mit Garn in den Stoff genäht. Es kann nicht abplatzen, nicht reißen und nicht verblassen — in der Regel überlebt die Stickerei das Textil.
Deshalb empfehlen wir ihn überall dort, wo Kleidung täglich getragen und oft gewaschen wird: Firmenlogo auf Polo, Hemd oder Arbeitsjacke. Vereinswappen auf Trainingsjacke oder Tasche. Namen auf Kochjacken. Wer wissen will, worauf es bei dauerhaft nachbestellbarer Firmenkleidung ankommt, findet die Details unter Corporate Fashion nachbestellen.
Grenzen: Stick hat physikalische Grenzen. Schriften unter etwa vier Millimetern Höhe werden unleserlich, weil das Garn eine Mindeststärke hat. Große Flächen werden schwer, teuer und können das Textil verziehen. Farbverläufe gibt es nicht — jede Farbe ist ein eigener Faden.
Alle sechs Verfahren im Vergleich
| Verfahren | Stärke | Lohnt ab | Farben | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Siebdruck | Große Auflagen, satte Deckkraft | ca. 50 Teile | je Farbe ein Sieb | sehr hoch |
| Direktdruck | Fotos, Verläufe, Einzelstücke | 1 Teil | unbegrenzt | mittel |
| Transferdruck | Gemischte Textilien, ein Motiv | kleine Mengen | unbegrenzt | hoch |
| Flexdruck | Zahlen, Namen, scharfe Kanten | 1 Teil | eine je Lage | sehr hoch |
| Flockdruck | Samtige Optik, Trikot-Look | 1 Teil | eine je Lage | hoch |
| Stick | Tägliche Kleidung, Wertigkeit | kleine Mengen | je Farbe ein Garn | am höchsten |
Wie sich der Preis zusammensetzt
Bei allen Druckverfahren zahlst du zweimal: einmal für die Einrichtung, einmal pro Teil. Beim Siebdruck ist die Einrichtung teuer und das Teil billig — deshalb der Kipppunkt bei größeren Mengen. Beim Direktdruck gibt es fast keine Einrichtung, dafür bleibt der Stückpreis konstant.
Beim Stick zählt nicht die Fläche, sondern die Stichzahl. Ein kleines, dichtes Logo kann teurer sein als ein größeres, offenes. Deshalb bekommst du bei uns den Preis erst, wenn wir die Datei gesehen haben — geschätzte Stickpreise sind unseriös.
Rabatte greifen ab 10 Teilen, Top-Preise ab 50. Alle Preise netto, zzgl. gesetzlicher MwSt.
Welcher Stoff verträgt welches Verfahren?
Das Textil entscheidet mit. Wer den Grundstoff zuerst wählt und das Verfahren danach, landet regelmäßig in einer Sackgasse.
- Baumwolle verträgt alles. Direktdruck braucht sie sogar zwingend. Je höher der Baumwollanteil, desto besser das Druckergebnis.
- Polyester und Funktionsgewebe vertragen keinen Direktdruck. Hier gehen Transfer, Flex, Flock und Stick. Achtung bei dunklem Polyester: Farbstoffe können unter Hitze in helle Folien wandern — dagegen setzen wir Sperrschichten ein.
- Mischgewebe sind der häufigste Fall bei Teamwear. Transferdruck ist hier die sicherste Bank.
- Softshell, Fleece und Jacken mögen keine große Hitze. Stick ist dort meist die einzige saubere Lösung.
- Caps und Taschen haben gekrümmte oder mehrlagige Flächen. Stick sitzt dort besser als jede Folie.
Wie sich die Verfahren beim Waschen verhalten
Der häufigste Reklamationsgrund ist nicht das Verfahren, sondern die Pflege. Drei Regeln, die für jedes bedruckte Textil gelten:
- Auf links waschen. Das Motiv reibt dann nicht an der Trommel und an anderen Teilen.
- Bei 30 bis 40 Grad, ohne Weichspüler. Weichspüler legt sich zwischen Faser und Farbe.
- Nicht in den Trockner, nicht direkt aufbügeln. Hitze ist bei Folien der Gegner. Wenn gebügelt werden muss: auf links und mit Tuch dazwischen.
Stick ist der einzige Fall, bei dem du dir darüber kaum Gedanken machen musst — Garn nimmt Waschgänge nicht übel.
Welches Verfahren für welchen Fall?
- 200 Vereinsshirts, zweifarbiges Wappen → Siebdruck
- Ein Fotomotiv auf zehn Shirts → Direktdruck
- Ein Logo auf Shirts, Jacken und Caps gemischt → Transferdruck
- Rückennummern und Spielernamen → Flexdruck
- Trikot-Optik mit großer Blockschrift → Flockdruck
- Firmenlogo auf Poloshirts, die täglich getragen werden → Stick
Wenn du unsicher bist: Schick uns Motiv und Stückzahl. Wir sagen dir, was wir empfehlen würden — auch wenn das die günstigere Variante ist. Was wir dafür an Dateien brauchen, steht unter Druckdaten richtig liefern.
Mindestmenge und Einrichtung — warum kleine Auflagen anders rechnen
Jedes Verfahren hat einen Fixkostenanteil, der einmal pro Auftrag anfällt, und einen Anteil, der pro Teil anfällt. Das Verhältnis dieser beiden Größen entscheidet, ab wann sich ein Verfahren lohnt — nicht der reine Stückpreis.
| Verfahren | Einrichtung fällt an | Sinnvoll ab |
|---|---|---|
| Siebdruck | pro Farbe und Motiv (je ein Sieb) | etwa 50 Teilen |
| Direktdruck | praktisch keine | 1 Teil |
| Transferdruck | gering, unabhängig von der Farbzahl | 1 Teil |
| Flexdruck | gering, steigt mit der Motivkomplexität | 1 Teil |
| Flockdruck | gering, wie Flex | 1 Teil |
| Stick | einmalig für das Stichprogramm | 1 Teil, wirtschaftlich ab kleiner Serie |
Das Stichprogramm beim Stick ist der wichtigste Sonderfall: Es wird einmal erstellt und liegt danach bei uns. Die zweite Bestellung desselben Motivs ist deshalb spürbar günstiger als die erste — auch nach Jahren.
Bei uns greifen die B2B-Preise ab 50 Teilen. Gestaffelt wird ab 10, ab 25 und ab 50 Stück. Zusätzlich richtet sich die Staffel nach der Anzahl der Logos pro Grundstoff: bis zwei, bis vier, bis sechs Positionen.
Wo das Motiv hinkommt — Positionen und Größen
Die Positionsfrage wird meist zuletzt gestellt und entscheidet trotzdem über Preis und Wirkung. Jede Position ist ein eigener Arbeitsschritt.
- Brust links. Der Klassiker für Firmen- und Vereinskleidung. Üblich sind rund 8 bis 10 cm Breite — groß genug, um lesbar zu sein, klein genug, um seriös zu wirken.
- Brust mittig. Auffälliger, passt zu Freizeit- und Fanware. Hier sind 20 bis 25 cm gängig.
- Rücken groß. Die Fläche mit der größten Fernwirkung, typisch rund 30 cm breit. Bei Sponsorenlogos und Vereinsnamen die erste Wahl.
- Rücken Nackenbereich. Kleiner Schriftzug unter dem Kragen, dezent und wertig.
- Ärmel. Gut für Zweitlogos, Sponsoren oder Jahreszahlen. Beachte die Nahtverläufe — nicht jede Größe passt auf jeden Ärmel.
- Kragen innen. Ersetzt das Herstelleretikett und macht aus Neutralware deine eigene Marke.
Alle Angaben sind Orientierungswerte, keine festen Größen. Die endgültige Breite hängt am Motiv, am Schnitt und an der Konfektionsgröße — ein Logo, das auf XL sitzt, kann auf S zu groß wirken. Wir legen dir die Platzierung vor der Produktion zur Freigabe vor.
So läuft ein Auftrag bei uns ab
- Anfrage. Du schickst Motiv, Textilwunsch und Stückzahl. Per Formular oder WhatsApp.
- Angebot in 24 Stunden. Mit Verfahrensempfehlung, konkretem Preis und Liefertermin.
- Design-Freigabe. Du bekommst eine Ansicht, wie das Motiv auf dem Teil sitzt. Erst wenn du freigibst, geht es in die Produktion.
- Produktion in Berlin. 3–4 Werktage. Kein Zwischenhändler, kein Outsourcing.
- Versand oder Abholung. Abholung in der Kanalstraße 7 ist nach Absprache möglich.
Wie eine größere Kollektion zeitlich geplant wird, steht im Beitrag Vereinskollektion planen. Ein Praxisbeispiel unter Zeitdruck findest du unter wie wir Eiltermine planen.
Wovon wir abraten
Es gibt Kombinationen, die technisch gehen und trotzdem eine schlechte Idee sind. Diese hier sprechen wir von uns aus an, bevor du bestellst:
- Sehr feine Schrift im Stick. Unterhalb weniger Millimeter Buchstabenhöhe verliert Garn die Form. Dann lieber Flex oder Transfer.
- Vollflächiger Direktdruck auf Arbeitskleidung. Hält der gewerblichen Wäsche auf Dauer nicht stand. Siebdruck oder Stick sind die haltbarere Antwort.
- Fotomotive im Siebdruck bei Kleinauflage. Technisch machbar, aber die Einrichtung frisst den Vorteil auf. Transfer ist hier der bessere Weg.
- Dunkle Motive auf dunklem Grund. Klingt banal, wird aber regelmäßig bestellt. Aus zwei Metern Entfernung sieht man nichts mehr.
- Beschichtete Ware ohne Vortest. Manche wasserabweisenden Ausrüstungen nehmen weder Kleber noch Farbe an. Wir pressen erst ein Probeteil.
Wir sagen dir das vorher, nicht hinterher. Ein Auftrag, der nach zehn Wäschen aussieht wie nichts, kostet uns mehr als er einbringt.
Häufige Fragen
Was hält länger — Stick oder Druck?
Stick. Er kann nicht abplatzen und nicht verblassen, weil das Motiv aus Garn besteht und im Stoff sitzt. In der Regel überlebt die Stickerei das Textil. Von den Druckverfahren halten Flex und Siebdruck am längsten, Direktdruck am kürzesten.
Ab welcher Menge lohnt sich Siebdruck?
Als Faustregel ab etwa 50 Teilen bei ein bis drei Farben. Darunter ist meist Transfer- oder Direktdruck günstiger, weil die Einrichtung der Siebe auf zu wenige Teile umgelegt wird.
Kann man Polyester bedrucken?
Ja, aber nicht mit Direktdruck — der braucht Baumwolle. Für Sport- und Funktionstextilien aus Polyester nutzen wir Transfer-, Flex- oder Flockdruck. Auch Stick funktioniert auf Polyester problemlos.
Wie klein darf ein gesticktes Logo sein?
Schriften sollten mindestens vier Millimeter hoch sein. Darunter verschmelzen die Buchstaben, weil das Garn eine Mindeststärke hat. Bei feineren Motiven raten wir zu Druck statt Stick.
Wie lange dauert die Produktion?
3–4 Werktage nach Design-Freigabe. Wenn es schneller gehen muss, geht 48-Stunden-Express gegen Aufpreis. Produziert wird in unserer Werkstatt in Berlin — kein Outsourcing nach Polen oder Tschechien.
Kann man mehrere Verfahren auf einem Teil kombinieren?
Ja, das ist sogar häufig sinnvoll. Typisch ist ein gesticktes Logo auf der Brust und ein gedruckter Sponsorenschriftzug auf dem Rücken. Jede Position wird einzeln gerechnet, weil sie ein eigener Arbeitsschritt ist.
Was kostet die Einrichtung beim Siebdruck?
Die Einrichtung fällt pro Farbe und Motiv an, weil für jede Farbe ein eigenes Sieb entsteht. Deshalb sinkt der Stückpreis mit steigender Menge deutlich, und deshalb rechnet sich Siebdruck erst ab etwa 50 Teilen. Bei kleineren Auflagen empfehlen wir Transfer.
Bleibt mein Stickprogramm bei euch gespeichert?
Ja. Das Stichprogramm wird einmal erstellt und liegt danach bei uns. Nachbestellungen desselben Motivs sind deshalb günstiger als die Erstbestellung — auch wenn Jahre dazwischenliegen.
Was wir dir empfehlen
Es gibt kein bestes Verfahren, es gibt nur das passende. Wer bei jedem Auftrag dasselbe anbietet, hat entweder nur eine Maschine oder keine Lust auf Beratung.
Schick uns dein Motiv und die Stückzahl. Du bekommst eine Empfehlung mit Begründung, einen konkreten Preis und einen Liefertermin — in unter 24 Stunden.


