DTF-Transfer aus Berlin — und warum nicht aus Polen

Kurz beantwortet: Beim DTF-Transfer wird das Motiv auf eine Trägerfolie gedruckt, mit Kleber versehen, ausgehärtet und anschließend mit der Heißpresse auf das Textil übertragen. Das Verfahren funktioniert auf Baumwolle, Polyester und Mischgewebe, ab einem Stück und in voller Farbtiefe. Wir produzieren die Transfers in Berlin — nicht in Osteuropa.

Transferdruck ist das flexibelste Verfahren, das wir einsetzen. Es kann fast alles, was Siebdruck kann, ohne dessen Mindestmenge — und fast alles, was Direktdruck kann, ohne dessen Materialgrenzen.

Dieser Beitrag erklärt, wie DTF technisch funktioniert, wo die Grenzen liegen und warum der Produktionsort direkt an deiner Lieferzeit hängt. Wie sich Transfer gegen Siebdruck, Stick und Direktdruck schlägt, steht im Vergleich der Veredelungsverfahren.

Was ist DTF-Transfer?

DTF steht für Direct to Film. Der Name beschreibt den entscheidenden Unterschied: Gedruckt wird nicht auf das Textil, sondern auf eine Folie. Erst danach kommt das Motiv aufs Teil.

Der Ablauf in vier Schritten:

  1. Druck auf Film. Das Motiv wird spiegelverkehrt auf eine Trägerfolie gedruckt — inklusive einer deckenden weißen Unterlage.
  2. Kleberpulver auftragen. Auf die noch feuchte Farbe kommt ein Schmelzkleber, überschüssiges Pulver wird entfernt.
  3. Aushärten. Der Kleber wird angeschmolzen, bis er fest mit der Farbschicht verbunden ist. Der fertige Transfer ist jetzt lagerfähig.
  4. Übertragen. Mit der Heißpresse wird das Motiv aufs Textil gepresst, danach die Folie abgezogen.

Die weiße Unterlage ist der Grund, warum DTF auf dunklen Textilien funktioniert. Ohne sie würde jede Farbe im Stoffton absaufen.

Transferdruck, DTF, Siebdrucktransfer — was ist was?

Begriff Bedeutung
Transferdruck Oberbegriff für alle Verfahren, bei denen das Motiv erst auf einen Träger und dann aufs Textil kommt.
DTF-Transfer Digital auf Folie gedruckt, mit Kleberpulver fixiert. Vollfarbig, keine Mindestmenge.
Siebdrucktransfer Im Siebdruck auf Träger gedruckt. Sehr deckend und haltbar, lohnt aber erst in Auflage.
Digitaltransferdruck Sammelbegriff für digital erzeugte Transfers. In der Praxis meist DTF.
Flexdruck Kein Druck im engeren Sinn: Eine einfarbige Folie wird geschnitten und aufgepresst.

Wenn dir jemand „Transferdruck“ anbietet, frag nach, welches davon gemeint ist. Die Verfahren unterscheiden sich in Haltbarkeit, Griff und Preis deutlich.

Wann Transfer die richtige Wahl ist

  • Gemischte Aufträge. Zwanzig Shirts, zehn Hoodies, fünf Caps — alle mit demselben Motiv. Siebdruck müsste für jeden Grundstoff neu eingerichtet werden, Transfer nicht.
  • Kleine Mengen mit vielen Farben. Im Siebdruck kostet jede Farbe ein eigenes Sieb. Im Transfer ist ein sechsfarbiges Motiv genauso teuer wie ein einfarbiges.
  • Polyester und Funktionsware. Direktdruck braucht Baumwolle. Transfer sitzt auch auf Sport- und Funktionstextilien.
  • Namen, Nummern, Einzelstücke. Jedes Teil individuell, ohne dass die Einrichtung explodiert.
  • Nachzügler. Ein einzelnes Teil in derselben Optik wie die Serie — das kann sonst kein Verfahren so günstig.

Wo Transfer an Grenzen stößt

Damit du weißt, wann wir dir abraten:

  • Sehr hohe Auflagen. Ab mehreren hundert identischen Teilen mit wenigen Farben ist Siebdruck im Stückpreis nicht zu schlagen.
  • Griff auf großen Flächen. Ein vollflächiger Rückenprint sitzt spürbar auf dem Stoff. Wer maximale Atmungsaktivität braucht, ist mit Siebdruck oder Direktdruck besser bedient.
  • Extreme Waschbelastung. Bei gewerblicher Wäsche mit hohen Temperaturen und aggressiven Mitteln halten Siebdruck und Stick länger.
  • Wasserabweisend beschichtete Stoffe. Manche Beschichtungen nehmen keinen Kleber an. Das prüfen wir vorher am Muster, statt es zu riskieren.

Warum der Produktionsort an deiner Lieferzeit hängt

Viele Anbieter lassen Transfers extern fertigen, häufig in Polen oder Tschechien. Das ist im Einkauf günstiger und funktioniert, solange nichts dazwischenkommt.

Sobald etwas dazwischenkommt, wird es teuer — nicht in Euro, sondern in Tagen. Ein falsch platziertes Logo bedeutet dann: Datei korrigieren, neu beauftragen, neu produzieren, neu versenden. Aus einer Korrektur werden schnell mehrere Werktage.

Wir produzieren in unserer Werkstatt in Berlin. Konkret heißt das:

  • Korrekturen laufen im Haus, nicht über eine Landesgrenze.
  • Nach der Design-Freigabe produzieren wir in 3–4 Werktagen.
  • Wird es enger, geht ein 48-Stunden-Express gegen Aufpreis.
  • Abholung in der Kanalstraße ist möglich, wenn der Versandweg zu lang ist.

Für B2B-Kunden ist das der eigentliche Unterschied. Der Stückpreis ist verhandelbar, ein verpasster Messetermin nicht.

Was ein Transfer aushält

Sauber verarbeitet übersteht ein DTF-Transfer die normale Haushaltswäsche über die Lebensdauer des Textils. Vier Regeln verlängern das deutlich:

  • Auf links waschen, bei moderater Temperatur.
  • Keinen Weichspüler verwenden.
  • Nicht direkt über das Motiv bügeln — ein Tuch dazwischen legen.
  • Trockner sparsam einsetzen.

Die Presswerte für die Übertragung stehen im Datenblatt der jeweiligen Folie und hängen vom Material ab. Deshalb pressen wir bei neuen Grundstoffen erst ein Muster, bevor die Serie läuft.

Welche Daten wir für Transfers brauchen

Transfer ist beim Dateiformat entspannter als Siebdruck oder Stick — aber nicht anspruchslos.

  • Vektordatei bevorzugt (AI, EPS, PDF, SVG), vor allem bei Schrift und Logos.
  • Pixeldaten mit 300 dpi in Endgröße funktionieren ebenfalls, etwa bei Fotomotiven.
  • Echter Freisteller. Ein weißer Kasten in der Datei wird mitgedruckt und ist auf dunkler Ware sofort sichtbar.
  • Gewünschte Breite in Zentimetern und die Position auf dem Teil.

Alle Details dazu stehen im Beitrag Druckdaten richtig liefern. Wenn du keine brauchbare Datei hast, zeichnen wir dein Logo nach.

Der Ablauf bei uns

  1. Anfrage. Motiv, Menge, Grundstoff, Wunschtermin.
  2. Angebot. Mit Verfahrensempfehlung — auch dann, wenn Transfer nicht die beste Wahl ist.
  3. Freigabe. Du bekommst die Platzierung zu sehen, bevor irgendetwas produziert wird.
  4. Produktion. 3–4 Werktage nach Freigabe in Berlin.
  5. Versand oder Abholung. Auf Wunsch mit Nachbestell-Datenblatt für die nächste Runde.

Mengen und Konditionen für laufende Aufträge stehen auf der Seite Transfer-Druck B2B.

Was den Preis beim Transferdruck treibt

Beim Siebdruck zahlst du für Farben. Beim Stick zahlst du für Stiche. Beim Transfer zahlst du im Wesentlichen für Fläche.

  • Motivgröße. Ein Brustlogo kostet einen Bruchteil eines vollflächigen Rückenprints — bei identischer Farbanzahl.
  • Anzahl der Positionen. Jede Position wird einzeln gepresst. Brust, Rücken, Ärmel und Kragen sind vier Arbeitsschritte, nicht einer. Unsere Staffel richtet sich deshalb nach Logos pro Grundstoff: bis zwei, bis vier, bis sechs.
  • Stückzahl. Ab 50 Teilen greifen die B2B-Preise, gestaffelt wird ab 10 und ab 25 Stück.
  • Farbanzahl — ausnahmsweise nicht. Sechs Farben kosten dasselbe wie eine. Genau darin liegt der Vorteil gegenüber Siebdruck bei kleinen Auflagen.

Wenn du das Budget im Blick behalten willst: Motiv verkleinern bringt mehr als Farben streichen.

Transfer auf Ware, die du selbst kaufst

Druck auf Fremdware machen wir regelmäßig. Du bringst die Textilien, wir veredeln sie. Das ist der übliche Weg, wenn du an einen bestimmten Hersteller gebunden bist oder Restbestände aufbrauchen willst.

Was wir vorher wissen müssen: um welchen Artikel es geht und wie er materialmäßig zusammengesetzt ist. Bei beschichteter, wasserabweisender oder sehr elastischer Ware pressen wir ein Probeteil, bevor die Serie läuft — lieber ein Teil geopfert als hundert.

Ein Hinweis zur Kalkulation: Fremdware ist nicht automatisch günstiger. Wir kaufen Grundstoffe in Mengen ein und geben das weiter. Rechne beide Wege durch, bevor du bestellst.

Häufige Fragen

Was ist ein DTF-Transfer?

Ein Motiv, das digital auf eine Trägerfolie gedruckt, mit Schmelzkleber versehen und ausgehärtet wird. Mit der Heißpresse überträgst du es anschließend auf das Textil. Der Vorteil: volle Farbtiefe, keine Mindestmenge, funktioniert auf Baumwolle wie auf Polyester.

Ab welcher Menge lohnt sich Transferdruck?

Schon ab einem Teil. Eine Mindestmenge gibt es technisch nicht. Ab 50 Teilen greifen unsere B2B-Preise; bei sehr hohen Auflagen mit wenigen Farben wird Siebdruck im Stückpreis günstiger.

Hält Transferdruck auf Polyester?

Ja, das ist eine der Stärken des Verfahrens. Direktdruck braucht Baumwolle, Transfer nicht. Bei stark beschichteter oder wasserabweisender Ware pressen wir vorher ein Muster, weil manche Beschichtungen den Kleber nicht annehmen.

Was ist der Unterschied zwischen DTF und Flexdruck?

Flexdruck schneidet eine einfarbige Folie zu und presst sie auf — gut für Zahlen und Schriftzüge, keine Verläufe. DTF druckt vollfarbig inklusive Fotomotiven. Bei einfarbigen Schriftzügen ist Flex oft die sauberere und günstigere Lösung.

Könnt ihr Transfers auch nur liefern, ohne Textil?

Ja. Wenn du selbst pressen willst, produzieren wir die Transfers und schicken sie dir. Sag uns, mit welcher Presse du arbeitest, dann legen wir die passenden Verarbeitungshinweise bei.

Schick uns dein Motiv

Sag uns, was drauf soll, auf welche Teile und bis wann. Wir sagen dir ehrlich, ob Transfer das richtige Verfahren ist — und wenn nicht, welches. Logo rüber, Angebot zurück — oder per WhatsApp an 0157-536-53811.

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Schick uns Motiv und Stückzahl. Du bekommst Verfahren, Preis und Liefertermin — schriftlich, von jemandem der weiß wovon er redet.

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